Die Sage von der Existenz einer Quelle, die ewige Jugend verheißt, hat den Menschen über die Jahrhunderte stets erneut auf die Suche getrieben. Nachdem nun Abenteurer und Seefahrer erfolglos im Laufe ihrer Reise verloren gegangen oder umgekommen sind, führt uns der junge Künstler Michael Frahm zwar nicht an den heilsversprechenden Ort, doch zeigen seine Fotografien mythisch anmutende Szenarien voller Geheimnisse und vergessener Erzählungen.

Der Künstler selbst ist Beobachter und Protagonist seiner Bilder. In reinweißer Trikotage irrt er durch verlassene Landschaften und Orte, deren Zusammenhang in der vergangenen Existenz sprudelnden Wassers zu finden ist. Immer scheint Frahm den Ort zu spät zu erreichen, der anstelle des Quells nunmehr die Erinnerung daran birgt. Der Suchende irrt, kriecht und tastet sich voran, ehe er letztlich keine Erlösung, sondern sein Ende im dürftigen Rinnsal einer verlassenen Kiesgrube findet. In wenigen Bildern wird die Geschichte einer Reise zwischen Sehnsucht, Vergängnis und Tod dargestellt.

Als ästhetisches Pendant einer zum Scheitern verurteilten Suche bedient sich Frahm bei seinen Aufnahmen bewusst keiner digital bearbeiteten Bildtechniken. Die Fotografien sind mit einer Großbildkamera angefertigt und fordern den Betrachter in ihrem Detailreichtum zu absoluter Aufmerksamkeit. Die überformatigen Abzüge sind vom Künstler selbst angefertigt, und stärken in Ihrer handwerklichen Unmittelbarkeit die Präsenz der abgelichteten Szenen.

D|E