In Zeiten von Facebook, Google

und Smartphones werden wir täglich mit Informationen aus der Medienwelt und Codes überhäuft. So sind QR-Codes auf nahezu jedem Plakat, in jeder Zeitung zu sehen. „So viel wie möglich“ und „so schnell wie möglich“, das sind die Maximen unserer Gesellschaft. Neue technologische Möglichkeiten antworten auf diese Nachfrage. Ein fah- render Zug, von dem man nur schwer herunterspringen kann. Einer, der abhängig macht – abhängig von den Technologien des 21. Jahrhunderts.
Die in Salzburg und Leipzig lebende Petra Polli beobach- tet das Kommunikations- und Mediengeschehen dieser Tage und verarbeitet ihre Erfahrungen in Bildern. Analog vs. digital, alt vs. neu, Macht vs. Ohnmacht scheinen die wichtigsten Gegensatzpaare zu sein, die sie kritisch in ihren Arbeiten thematisiert. Dabei greift die studierte Kommunikationswissenschaftlerin aktuelle Fragen der Gesellschaft und Medienwelt auf, ohne eine Antwort darauf zu beanspruchen. Vielmehr appelliert sie an den Betrachter, bewusster wahrzunehmen und sich auf analoge Kommunikationsverfahren rückzubesinnen.

Die gebürtige Italienerin wendet dabei eine algorithmische Methode an, den sogenannten „Caesarischen Code“ – dabei wird der aus den Massenmedien stammende Ursprungstext chiffriert, indem jeder einzelne Buchstabe um eine geheime Zahl zyklisch nach rechts im Alphabet verschoben wird. Daraus ergibt sich eine Geheimsprache, ein Code, der nur mit einem Schlüssel entziffert werden kann. Wem es gelingt, den Text zu entschlüsseln, wird erkennen, dass auch die Textinhalte der abstrakten sowie gegenständlichen Gemälde jene Problematiken aufgreifen und dass „die visuelle Darstellung als Unterstützung des Begriffs verstanden wird“, so die Künstlerin selbst.

Für Petra Polli, die ihr Studium der Malerei und Grafik 2007 am Mozarteum in Salzburg sowie 2010 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig abschloss, ist es die erste Ausstellung in Dresden.

D|E