Dem Knistern im Kamin,

den Menschen, die sich um ein wärmendes, knackendes Feuer versammeln und dem Schein von Kerzen in Kinderaugen stehen Feuersbrünste gegenüber, die über das Land jagen, Funkenregen aus dem Innern der Erde sprühen und das alles verschlingende Inferno, welches jedes Lebewesen vernichtet.

Feuer, ein Element wie es vielfältiger und spannungsreicher in seiner Gegensätzlichkeit nicht sein könnte: Wohltat, vor wilden Tieren und Kälte schützender Segen, und zugleich Materie verschlingender mächtiger Fluch. Ohne das Feuer hätte sich die Menschheit nicht zu dem entwickeln können, was sie heute ist. Das Beherrschen des Elements als wahrscheinlich erste große Kulturleistung unterscheidet uns von anderen Lebewesen. Ohne diese nicht greifbare Erscheinung wären wir den Unwägbarkeiten der Natur einmal mehr schutzlos ausgeliefert.

Der Blick auf die Werke Jens Schuberts fasziniert – das Spiel von Licht und Schatten, von Hell und Dunkel spiegelt nicht zuletzt auch die Widersprüchlichkeit des menschlichen Wesens wieder, die sich wie die Metaphorik des Feuers in den Mythen und der Kunst der Jahrhunderte zeigt. Die Arbeiten Schuberts offenbaren auf höchst anspruchsvolle und anregende Weise diese Gegensätze, die sich in ihrer Vielschichtigkeit auch in der vom Künstler angewandten Technik des Übereinander spiegeln. Seine Werke verführen und ziehen in ihren Bann, so dass Die Herrschaft des Feuers, scheinbar bezwungen, ganz allmählich ihre Macht über den Betrachter zurückerobert.

Jens Schubert wurde 1983 im Erzgebirge geboren und studierte Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo er Im September 2011 seine Meisterklasse bei Prof. Anette Schröter beendete. Jens Schubert ist Preisträger des Marion-Ermer-Preises 2011.

D|E