Die Bilder von Agnes Lammert erzählen in sensibler Beobachtung von Menschen und menschlichen Erfahrungen: der Schwere der müden Beine, der Sehnsucht nach Schutz, von vorsichtig tastenden Händen, vom wütenden Zerstören, von der Angst vor dem Fallen. Im Mittelpunkt steht das leibliche Erleben. Die abgebildeten Szenen sind weder spöttisch noch symbolisch, sondern stets konkret: sie vermitteln Erfahrungen, die man wiedererkennt, da man sie selbst schon so erlebt hat oder erleben könnte. Hierdurch entsteht eine Intimität und Nähe, die sich unmittelbar überträgt.

Stoffe werden zu Schutzräumen, die den Körper aufnehmen. Die Falten eines Tuches sind ebenso empfindlich wie ein Teil des Körpers. Auf Umgebungen verzichtet die Künstlerin ganz – die Orte sind dadurch unkonkret und zugleich sehr nah. In diesen Räumen finden die Personen zu einer Privatheit, die Dinge wie Müdigkeit und Erschöpfung sichtbar macht, Schlaf und Traum, aber auch Schlaflosigkeit, Angst und Kampf.

Die junge Leipziger Künstlerin Agnes Lammert schafft in ihren Papierarbeiten mit sicherem Strich suggestive, nahbare Bilder, die empathisch mit dem Betrachter Kontakt aufnehmen. Die Spontaneität der fragilen Technik des Aquarells verbindet sich mit präzise dargestellten Szenen. Die Arbeiten entstehen im Atelier ohne die Verwendung von Vorlagen. Sie speisen sich aus der Erinnerung an Beobachtetes, Erlebtes, Geträumtes und Vorgestelltes.

D|E