Der „Große Basar“ Istanbuls

gilt als der weltweit drittgrößte traditionelle Handelsplatz für Goldgeschäfte. Seit mehr als 6 Jahrhunderten wird auf ihm der Goldpreis des Landes ermittelt. Auf dem riesigen Basar wetteifern in einer kleinen Gasse zu den festen Börsenzeiten die immer selben 25 männlichen Händler um das beste Geschäft. Sie sind schon von weitem durch ihr lautstarkes Handelsgebaren zu hören.

In der Ausstellung gold zeigt uns Emanuel Mathias eine Serie von 33 Fotografien, die nicht nur dokumentarischen Charakter aufweist. Während eines sechsmonatigen Arbeitsaufenthaltes in Istanbul hielt Emanuel Mathias die Händler mit seiner Kamera bei ihrer Arbeit fest. Die faszinierenden Momentaufnahmen zeigen, dass das Geschehen keineswegs chaotisch ist, sondern einer festen Ordnung folgt. So kann man erkennen, dass die Händler ein festes System etablierter Gesten zur Kommunikation untereinander nutzen. Ihre Gesichter sprechen dabei eine tiefenpsychologische Sprache, wechseln sie doch zwischen Momenten absoluter Anspannung und totaler Erschöpfung. In Ihrer sequenzhaften Abfolge kreieren die Fotografien der Händler eine Art Storyboard, in der diese zu Protagonisten einer fiktiven Handlung werden. Es wird zugleich die Frage offengelegt, wie und warum wir als Betrachter zwischen Einzelbildern Bedeutungszusammenhänge herstellen.

Emanuel Mathias studierte von 2002 bis 2011 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Timm Rautert und Christopher Muller Fotografie. 2011 absolvierte er die Meisterklasse bei Tina Bara und wurde mit dem Marion-Ermer-Preis ausgezeichnet. 2013 folgte eine Auszeichnung mit dem SYN Award in Verbindung mit einem Arbeitsstipendium am Bauhaus Dessau.

D|E