„Erst sieht man nur den Fisch,

dann entdeckt man das Glas“, so Benjamin Dittrich zu seinen aktuellen Arbeiten. Sie laden den Betrachter dazu ein, seine eigene Wahrheit der Dinge zu ergründen und die Wahrnehmung des Sinnbildlichen zu schärfen. „In welcher Beziehung stehe ich zu meiner Umwelt?“, könnte dabei eine Frage sein. Hinzu kommt ein Gefühl des Gefangenseins, auch wenn die Grenzen selbst nicht zu erkennen sind. Erst beim distanzierten Blick wird klar, dass das Leben im eigenen Mikrokosmos verhaftet ist und die Eindrücke der Außenwelt durch das Konvexglas gefiltert, verzerrt sind. Diese Beobachtung lässt sich auch auf den Werkprozess von Benjamin Dittrich übertragen: Seine Bildideen und Impulse entnimmt er Kulturgütern seiner Umwelt, die wiederum von Menschen geschrieben sind, die die Realität durch ihr Goldfischglas sehen und beschreiben.

Es ist ein hoch komplexer und konfuser Gedanke, der sich durch die Arbeiten des jungen Meisterschülers zieht. Und doch ist es eine Sichtweise, die neugierig macht und uns auffordert in die Bilderwelt des Künstlers einzutauchen, seine Runden zu drehen und Verknüpfungen zwischen einzelnen Werken zu ergründen.

Benjamin Dittrich schloss sein Diplom im Sommer 2012 mit Auszeichnung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ab und ist seitdem Meisterschüler der Klasse von Prof. Annette Schröter. Neben Ausstellungen und Beteiligungen in den neuen und alten Bundesländern wurden Werke des gebürtigen Düsseldorfers auf LUBOK-Ausstellungen auch in Mexiko ausgestellt.

D|E