Gute Freunde machen eine Ausstellung!

Doch so privat, wie man aufgrund des Titels vermuten möchte, sind die fünf MeisterschülerInnen der Hochschule für Bildende Künste Dresden nicht unterwegs. Marie Athenstaedt, Katharina Baumgärtner, Ella Becker, Melanie Kramer und Christian Thamm pflegen seit einigen Jahren einen Austausch, der durch das künstlerische Tun und die Verbindung mit dem betreuenden Professor Christian Macketanz begründet wird, darüber hinaus aber deutlich mehr als ein Zweckverbund ist. In welchem Maße freundschaftliche Bindungen wechselseitig die künstlerische Arbeit stimulieren ist in der Kunstgeschichte hinlänglich belegt. Eine solche Gruppe hat in dieser Phase der künstlerischen Entwicklung, in der die Verbindung zur Hochschule sich mehr und mehr löst und Wege in die freie Praxis gesucht werden zugleich auch intermediären Charakter. Sie ist nicht starr, weder in ihrer Zusammensetzung noch den Inhalten, die teils aus gemeinsamen, teils aufgrund individueller Interessen bearbeitet werden.

Alle fünf KünstlerInnen verbindet, dass ihre Arbeiten in sehr unterschiedlicher Weise auf den Menschen bezogen sind. Marie Athenstaedt kreist in ihrer Malerei um die menschliche Sehnsucht nach Ausdehnung und Erforschung fremder Welten. Melanie Kramer und Katharina Baumgärtners Bilder sind vielfach von eigenartig agierenden Personen in märchenhaft surrealen Szenerien bevölkert. Interieurs erinnern an Traumsequenzen. Christian Thamms Arbeiten, die um Sprache und Typografie kreisen, sind häufig Reflexionen auf den alltäglichen menschlichen Handlungsrahmen. Ella Becker hingegen erinnert in ihren Zeichnungen mit poetischer Leichtigkeit an das jeder Handlung folgende Bedürfnis nach Innehalten und Konzentration.

Andrea Weippert, August 2015

D|E