Auf den ersten Blick

scheinen wir in den Bildern von Denise Richardt vertraute Landschaften wiederzuerkennen. Szenen ferner Berggruppen erheben sich hinter weitläufigen Wiesen, Feldern und Wäldern. Baumgruppen verstellen uns den Blick und das Dunkel zwischen den Stämmen lässt nur erahnen, was im Dickicht verborgen ist. Doch grobe Flächen, unerwartete Farbklänge und ein expressiver Pinselstrich lassen die vermeintlich klaren Situationen alsbald in ihre Bestandteile zerfallen.
Wir erkennen in den Orten, an die uns die Künstlerin führt, eine Fremdheit, die keiner realen Landschaft entsprungen sein kann.

So ist der Schlüssel zu den Arbeiten der Berliner Künstlerin weniger im Motiv als in der Malerei selbst zu finden. Mit Bedacht macht sie sich deren grundlegende Elemente zu Eigen, um mit Fleck, Linie und Fläche Räumlichkeit und malerische Wirkung zu erzeugen. Dabei löst sie Formen bewusst bis an die Grenzen des Abstrakten auf, stellt skizzenhafte Strukturen ruhigen Flächen gegenüber und spielt mit Raum und Perspektive.

In Kanon zeigt uns Denise Richardt Bilder zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, in denen die Farbe die wichtigste Rolle einnimmt. Gleich einem musikalischen Thema vereint diese die vielfältigen Stimmen der Kompositionen in einer harmonischen Grundmelodie.

Denise Richardt wurde 1972 in Berlin geboren und studierte bis 1998 an der Kunsthochschule Berlin Weißensee Malerei und Freie Kunst. Ihr anschließendes Meisterschülerstudium absolvierte sie bei Prof. Dieter Goltzsche. Ab 2002 folgte ein zweijähriger Arbeitsaufenthalt in Rom, Italien.

D|E