Mit seinen Werken entführt

uns Jens Schubert in eine andere Welt. Eine Welt, die wir so nicht kennen, sondern bestenfalls zu kennen glauben. Gleichermaßen fasziniert wie irritiert ziehen uns die Arbeiten des Künstlers in ihren Bann.
Schuberts Bildsprache formt sich aus Versatzstücken, die dem Kosmos unserer Natur und Kultur entliehen wurden. Aus dem globalen Vokabular lässt er eine neue und berauschende Szenerie entstehen. Pflanzen, Tiere, Naturphänomene sowie Elemente aus Wissenschaft, Kunst und Architektur verschmelzen ungeachtet ihrer vormaligen Dimensionen zu einer neuen Wirklichkeit. Einmal ihrer ursprünglichen Bedeutung enthoben, werden die einzelnen Fragmente mit einem neuen Sinn aufgeladen. Die sich daraus entwickelnde Ambivalenz zwischen Unbekanntem und gleichsam Vertrautem verleiht den Arbeiten Schuberts ihre emotionale Anziehungskraft.

In der neuen Serie „new age“ meint man eine Reihe von Wolkenkratzern, Türmen und Kuppeln zu erkennen. Man sieht Einschläge des Art déco und der Monumentalarchitektur.
Verstrickt mit Elementen aus Fantasy Comics und Videospielen präsentiert uns Schubert sein Universum, das im Kolorit stark an die 80er Jahre erinnert. Die Arbeiten oszillieren mit ihren kraftvollen Farben, Symmetrien und Formen zwischen Realismus und Abstraktion. Sagenumwobene Orte der Menschheitsgeschichte geben den Bildern Ihre Titel. Schubert erschafft so eine moderne, auf dem kulturellen Gedächtnis fußende Mythologie mit eigenen Ikonen und Bildern.

Jens Schubert arbeitet seit mehreren Jahren ausschließlich im Hochdruckverfahren. Dabei hat er sich nicht dem klassischen Umgang mit dem Medium verschrieben. Schubert hat das Potential der Drucktechnik für sich neu definiert. Wiederholtes übereinander Drucken von Formen und Mustern in pastosen Farbschichten erinnert stark an die Technik in der Malerei. Der Künstler komponiert seine Bilder im Verlauf des Entstehens. Bereits entstandene Formen werden wieder verwischt oder erneut überdruckt. Deutlich sichtbare Arbeitsspuren zeugen von der wiederholten Auseinandersetzung mit dem Medium. Im Zentrum steht die Umsetzung der Idee. Und doch erlangt der Prozess eine gewisse Autonomie.

Jens Schubert lebt und arbeitet in Leipzig. Er studierte Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, wo er im September 2011 seine Meisterklasse bei Prof. Annette Schröter beendete. Jens Schubert ist Preisträger des Marion-Ermer-Preises 2011.

D|E