An einem Sonntag im August erhielten rund 200 Dresdnerinnen und Dresdner über eine SMS die Nachricht, den Augenblick, so wie er sich für sie unmittelbar dargestellt hat, in einem Foto festzuhalten. Hieraus ist das Projekt Nullacht 17 entstanden, welches am Abend des 04.Oktober mit einer Vernissage eröffnet wird.

Zu sehen ist der Moment in seiner Vielfalt, Zufälligkeit, Einzigartigkeit und Alltäglichkeit. Die Bedeutung und unterschiedlichen Bezüge der Bilder liegen in den Möglichkeiten jeder einzelnen Fotografie sowie in dem Auge des Betrachters, der sich den Aufnahmen gegenüber sieht. Die Teilnehmer dieser Aktion haben den Augenblick festgehalten und präsentieren hierin einen Teil ihres Lebens, beziehen Position und zeigen uns Ihre Sicht auf die Dinge. Durch die Gleichzeitigkeit und Vielzahl der Aufnahmen wird der Versuch unternommen, die Subjektivität des Einzelnen in einen dokumentarischen Blick der Masse zu transformieren.

Dieser ganz individuellen Weltsicht sind Videoaufnahmen des jeweiligen Tages gegenübergestellt, welche in Form von Überwachungskamerabildern den vermeintlich neutralen Beobachterposten einnehmen oder in Gestalt von Fernsehmitschnitten die Ausstellung um das Weltgeschehen des Tages komplettieren. In diesem permanenten Gegenüber von den bewegten Videos und den „eingefrorenen“ Aufnahmen der Digitalfotografie bewegt sich die eigene Haltung zu den Bilder dauerhaft auf einem Grat zwischen Bedeutung und Belanglosigkeit, sowohl auf der Ebene der Fotos als auch im Wiederholen der Fernsehbilder.

D|E