Es war einer der letzten schönen Herbsttage

in diesem Jahr. Die Silhouette der Stadt versank im Halbdunkel und die untergehende Sonne tauchte den Himmel in tausende warme Farben. Spürbar war der Drang, diesen kurzen Moment des vergänglichen Schauspiels für immer festzuhalten. Große Werke der Romantik erzählen von dieser Sehnsucht.

Von je her faszinieren uns Situationen, in denen sich Dunkelheit und Licht die Waage halten. Nur dann sind wir in der Lage, das Licht in seiner ganzen Farbenpracht zu sehen. Mal scheint es kühl wie das blaue Licht einer klaren Vollmondnacht, mal heiß wie rote Lava auf schwarzem Basalt. Das Spektrum dazwischen ist schier unendlich. Mystisch erscheint uns die Welt, wenn hinter jedem Erhellten alles andere im endlosen schwarzen Nichts untergeht.Doch die Zeiten haben sich geändert. Seit der Entdeckung von künstlichem Licht ist es nicht mehr die Natur allein, die unsere Sinne verführt. Wir selbst schaffen Stimmungen mit Licht. Oft ganz bewusst. Manchmal jedoch entstehen sie auch ungewollt. Dann sind es Künstler, wie Benedikt Partenheimer, die sie einfangen und für uns erlebbar machen.

So leuchten die Protagonisten seiner Serie Vending Machines wie trotzige Lebenszeichen in einer erstarrten und verlassenen Welt. Alles erfriert ihr kühler Neonschein in einer unwirklichen Farbigkeit. Einsamkeit macht sich breit. Nur das monotone Brummen der Automaten vermag die Stille jetzt noch zu durchbrechen. Eine gespenstische Ruhe liegt auch in den Werken von André Schulze. Gefangen im Inneren der Gebäude dringt nur wenig vom künstlichen Lichtschein nach draußen. Gerade genug für rätselhaftes Zwielicht mit geheimnisvollen Motiven zwischen Melancholie und Tristesse.

Die Ausstellung Shining zeigt Fotografien von Benedikt Partenheimer im Dialog mit Ölgemälden von André Schulze.

Benedikt Partenheimer wurde 1977 in München geboren und studierte dort von 1999 bis 2001 Philosophie, Geschichte und Kunst an der Ludwig Maximilian Universität. Im Jahr 2001 zog er nach Melbourne und begann sein Studium der Fotografie an der School of Creative Media des Royal Melbourne Institute of Technology, das er im Jahr 2003 abschloss.

André Schulze wurde 1982 in Dresden geboren und studierte von 2006 bis 2011 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Prof. Elke Hopfe und Prof. Hans Peter Adamski. Nach seinem Diplom im Jahr 2011 absolvierte er bis 2013 sein Meisterschülerstudium bei Professor Christian Macketanz an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

D|E