In meinem Kopf sammle ich all die Dinge,

die für mich schön, interessant und berührend sind. Es ist ein großer Schatzhaufen, ein Abbild von meinen Vorlieben und Interessen. Von Zeit zu Zeit hole ich einige dieser Kleinodien hervor, um sie zu zeigen.

So kommt die Ausstellung Soft Power einem kleinen Selbstportrait gleich. Denn hier versammele ich eine subjektive Auswahl von vier künstlerischen Positionen, welche mit unterschiedlichen Medien und Strategien arbeiten. Das Spektrum reicht von Fotografie über Grafik und Malerei bis hin zu Installation und Film. Trotz dieser Diversität lassen sich interessante Analogien und Parallelen ausmachen. In diesen Überschneidungen zeigt sich eine Kraft, die allen vier Protagonistinnen gemein ist und das Bindeglied zwischen ihnen bildet. Diese Kraft ist Ausgangspunkt und Anlass für den Titel Soft Power.

In der Politikwissenschaft steht der Begriff für eine unter­schwellige Einflussnahme, die mittels der Attraktivität von verschiedenen kulturellen Faktoren erreicht wird. Sie bildet das Gegenteil zur Hard Power, die sich durch wirtschaftliche und militärische Instrumente auszeichnet. Auf die künstlerische Praxis bezogen könnte die Soft Power das Vermögen eines jeden Autors sein, Werte und Vorstellungen unterbewusst und latent über das Vehikel seiner Kunst zu vermitteln und zu verbreiten. Ähnliche Ideen werden somit auch in differenten Arbeitsweisen transportiert.

Also ist es die Soft Power der vier Künstlerinnen Cornelia Renz (*1966 in Kaufbeuren), Jana Müller (*1977 in Halle/Saale), Marie Aly (*1980 in Berlin) und Rosemary Hogarth (*1983 in Glasgow), welche mich verdeckt hinter der Ästhetik ihrer Arbeiten eingenommen hat und diese vielseitige Zusammenstellung als logische Konsequenz anregte und erzeugte.

Jens Schubert

D|E