Ein Laken, ein Bett und ein Fenster sind übrig geblieben – Verlassen ist der Ort und leer der Tag, der mit klarblauem Himmel die Einsamkeit der Szene unterstreicht. Die Menschen haben sich aus den Bildern verabschiedet und hinterlassen nur Spuren ihrer selbst. Auch die Wände sind kahl und einzig ein zerknittertes Laken, das achtlos auf der Matratze zurückgelassen wurde, zeugt noch von so etwas wie Leben an diesem Ort.

Die Arbeiten von Christian Thoelke blicken auf eine Gesellschaft, die sich zurückgezogen hat. Zurückgezogen aus seinen Bildern, zurück aus der Öffentlichkeit und auch fort aus dem Privaten. Die Reste bleiben sich selbst überlassen, verwahrlosen oder verharren und sind doch die Einzigen, die dem Betrachter Aufschluss über das Geschehen gewähren. War es ein plötzlicher Abschied oder ein allmähliches Verschwinden? Oder war alles ganz anders? Zumindest scheint keine Veränderung der Lage in Sicht, wenn man dem Blick aus dem Fenster Glauben schenken mag.

Christian Thoelke wurde 1973 in Berlin geboren, studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Malerei und besuchte von 2001 – 2003 die Meisterklasse von Prof. Ulrich Hachulla an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Die klare Bildkomposition und der sparsame Umgang mit Details verorten seine Malerei in kunstgeschichtlichen Traditionen der „Neuen Sachlichkeit“ und des „Magischen Realismus“. Nach diversen Ausstellungen in Berlin sind seine Arbeiten nun erstmals in Dresden zu sehen.

D|E