Häufig ist es das Verborgene

und Geheime, das unser Interesse weckt. Geschichten, die nicht zu Ende erzählt oder Rätsel, welche noch ungelöst sind, lassen uns zu Entdeckern und Forschern werden. Auf der Suche nach einer Antwort kommen wir Schritt für Schritt dem Mysterium näher. Doch mit jedem Schritt, den wir tun, mit jeder Schicht, die wir entfernen, offenbaren sich immer neue Geheimnisse.

Mit dieser Sehnsucht nach Enthüllung und unserem Interesse an der Aufdeckung scheint Sara Hoppe förmlich zu spielen. Ihre Werke bilden ein System aus vielen aneinander­gefügten und sich überlagernden Ebenen, welches dem Betrachter den Blick auf die unteren Schichten größtenteils verwehrt. Ein mögliches Ganzes lässt sich stets nur vermuten.

Sara Hoppe seziert ihre zunächst additiv aufgebauten Arbeiten soweit, dass Teile der unteren Farbebenen wieder an die Oberfläche drängen und dem Betrachter Anlass zur Spekulation geben. Dieser sieht sich heraus­gefordert, das Nicht-mehr-Sichtbare zu rekonstruieren und Angedeutetes zu vervollständigen. Seine Mut­maßungen werden zusätzlich durch die unregelmäßigen Strukturen der geschlossenen äußeren Farbschicht geschürt, die in ihrer topografischen Erhabenheit weitere Auskünfte über die verdeckten Ebenen preiszugeben scheinen.

Will man zu einem Bild der in weiten Teilen verdeckten Welt gelangen, gilt es die Einladung der Künstlerin wahrzunehmen und sich auf die Spur nach dem Verborgenem zu begeben.

Sara Hoppe wurde 1983 in Dresden geboren. Sie absolvierte von 2006 bis 2011 das Studium der Bildenden Kunst an der HfBK in Dresden bei Ralf Kerbach und widmet sich gegenwärtig dem Meisterschülerstudium.

D|E